WANDERWEG NR. 7

FRAUEN-ZITATENWEG

Zitate berühmter Frauen aus dem Wallis umrahmen diese kurzweilige Wanderung von der Brandalp nach Unterbäch. Das erste befindet sich direkt gegenüber dem Restaurant Alpenrösli, bei der Bergstation der von Unterbäch herführenden Sesselbahn. Der Wanderweg ist mit violetten Tafeln separat ausgeschildert und verläuft zuerst einige Minuten auf der Brandstrasse, bevor er in der Kurve oberhalb Ta in den Naturweg abzweigt. Entlang der Wanderung trifft man auf 15 Tafeln mit Zitaten von bekannten Frauen wie Iris von Roten, Camille Rast oder Germaine Seewer. Das neueste Zitat stammt übrigens von der Walliser Bundesrätin Viola Amherd. Die Worte sollen zum Nachdenken während des Wanderns einladen. Zudem soll der Weg in Erinnerung rufen, dass die Frauen in Unterbäch, dem „Rütli der Schweizer Frau“, schon 14 Jahre vor dem offiziellen Stimmrecht wählen durften. Der Weg ist auf einfachem und ungefährlichem Terrain angelegt, umfasst aber dennoch rund 450 Höhenmeter. Daher empfehlen wir Wanderschuhe und nach Bedarf Wanderstöcke. Falls man lieber bergwärts wandert, kann man den gut ausgeschilderten Weg auch beim Dorfplatz in Unterbäch starten. Im Winter ist der beliebte Weg mit Schneeschuhen begehbar (Brandalp-Trail).

Infos zur Künstlerin: 

Gestalterisches Konzept des Frauenzitatenwegs 

Die Neugestaltung des Frauenzitatenwegs durch die bildende Künstlerin Manuela Brügger orientiert sich an der Symbolik von Verkehrsschildern und dient als gestalterische Inspiration: Sie markieren Wichtiges, geben Orientierung und setzen klare Zeichen.

Dieses Prinzip wird im Konzept organisch weitergedacht: Die Schilder erscheinen nicht starr, sondern lebendig – wie wachsende Blumen. Unterschiedliche Größen symbolisieren verschiedene Stadien des Wachstums. Dieses Bild steht sinnbildlich für die Zitate bedeutender Walliser Frauen, aber auch für die Geschichte der Frauen insgesamt: als Samen einer Idee, die gepflanzt wird, sich entfaltet und weitergetragen wird.

Die starke Farbigkeit der Tafeln übernimmt die Signalwirkung klassischer Strassenschilder. Sie zieht die Aufmerksamkeit auf sich und lädt gleichzeitig zum Innehalten ein. Die Hintergründe basieren auf floralen Makroaufnahmen, die fotografiert dann malerisch interpretiert und erneut fotografiert wurden. Durch diesen mehrschichtigen Prozess entsteht eine Verdichtung der Details, die Raum für Fantasie lässt.

Jeder thematische Bereich – etwa Politik, Kultur oder Wissenschaft – erhält ein eigens entwickeltes Icon sowie eine konsistente Bild- und Farbstimmung. Innerhalb dieser gemeinsamen visuellen Sprache bleibt jedoch jede Tafel individuell gestaltet. So wird die Einzigartigkeit jeder Persönlichkeit betont.

Die Zitate wachsen entlang des Weges und treten mit den Wandernden in Resonanz. Jede Wanderin und jeder Wanderer trägt die Worte weiter, sodass die Gedanken und Stimmen der Frauen in der Landschaft wie auch im Bewusstsein der Menschen weiterwachsen können.

Manuela Brügger (*1983) ist Künstlerin und Kunstvermittlerin. Sie absolvierte 2004 den eidgenössisch anerkannten Abschluss in Fine Arts an der École Cantonale d’Art du Valais in Sierre und erwarb 2008 den Bachelor of Arts in Vermittlung von Kunst und Design an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK).

In ihrer künstlerischen Praxis arbeitet sie mit Malerei, Skulptur und installativen Formaten. Ein besonderer Fokus liegt auf partizipativen Projekten, die in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen entstehen. Dabei untersucht sie Prozesse des gemeinsamen Gestaltens sowie Fragen von Wahrnehmung, Teilhabe und sozialem Raum.

Ihre Arbeiten entstehen sowohl im Atelier als auch im öffentlichen und sozialen Kontext und verbinden materielle, prozessuale und kollaborative Ansätze.

www.manuela-bruegger.ch

TOURENDETAILS:
  • Wanderzeit: 1h 15  (↑55 m ↓425 m)
  • Strecke: Brandalp – Pfammatte – Unterbäch